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Hepatitis

Hepatitis C Virus

Allgemeines

Die Virushepatitis wird  hervorgerufen durch das Hepatitis-A-Virus (HAV), das Hepatitis-B-Virus (HBV) oder das Hepatitis-C-Virus (HCV). Während die Hepatitis A grundsätzlich immer akut verläuft, kann es bei den beiden übrigen Formen auch zu einem chronischen Verlauf kommen. Der chronische Verlauf ist die Hauptursache der Leberzhirrose sowie des Leberkrebses (Leberzellkarzinom).

Die Übertragung geschieht bei der Hepatitis B und C im wesentlichen durch Kontakte mit Blut und Blutprodukten oder durch Drogenmißbrauch mit verseuchten Spritzen. Eine Besonderheit ist die der sexuelle Übertragungsweg durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit infizierten Menschen bei der Hepatitis B.

Schätzungen zufolge sind weltweit 300 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virus infiziert.

Formen

Virushepatitis - A: Inkubationszeit 15-45 Tage. Krankeitsdauer einige Wochen. Heilt immer aus.

Virushepatitis - B: Inkubationszeit 25-180 Tage. Krankheitsdauer einige Wochen.Übergang in chronischen Verlauf (5-10%) möglich.

Virushepatitis - C: Inkubationszeit 6-12 Wochen. Krankeitsdauer einige Wochen. Übergang in chronischen Verlauf (50-70%).

Virushepatitis - D: Sonderform durch das sogen.  Delta-Antigen. Tritt nur bei Hepatitis-B Patienten auf.

Virushepatitis - E:  Sonderform, kommt nur in bestimmten Regionen vor: Indien, Sibirien, vereinzelt Mexiko.

Virushepatitis - Non-A-Non-B: Sonderform, Hepatitiserkrankung ohne Nachweis zur Zeit bekannter Viren.

Krankheitsbild

Häufig nicht typischer Krankheitsverlauf ohne Auftreten einer Gelbsucht (vermutlich ca. 7-10% mit hoher Dunkelziffer). In seltenen Fällen (weniger als 0,5%) dramatische Erkrankung mit akutem Leberversagen und Tod.

Zunächst kommt es zum Auftreten von Prodromi: Mehrere Tage (HepatitisA) bzw. gar Wochen (Hepatis B,C) vor der eigentlichen Erkrankung treten uncharakteristische Symptome auf: Unwohlsein, Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen, Appetitmangel, Übelkeit, Kopfschmerzen..

Dann entwickelt sich ein Ikterus (Gelbsucht) sowie eine dunkle Verfärbung des Urins und eine Entfärbung des Stuhls. Gleichzeitig ist ein starker Juckreiz zu beobachten. Es entwickelt sich eine -vorübergehende- Vergrößerung von Leber und Milz.

Mit dem Auftreten des Ikterus geht es den Patienten dann meist subjektiv besser.

Die Krankheitserscheinungen bilden sich innerhalb von 30-60 Tagen nur langsam zurück.

Diagnostik

Laboruntersuchung: Wichtigstes Diagnoseinstrument ist die Untersuchung des Blutes:

"Leberwerte" (GOT,GPT,Y-GT, Bilirubin, LDH, aP), Blutbild, Blutsenkung, Urintest. Wichtig: Untersuchung nach Antikörpern  zum Nachweis der Hepatitisform (A oder B oder C). Die Antikörper im einzelnen:

  • Hepatitis A: Anti-HAV-IGM
  • Hepatitis B: HBsAg, anti-HBc, anti-Hbc-IgM, evtl. zusätzlich HBeAg, anti-HBe, Serum-HBV-DNS (Hybrid), PCR.
  • Hepatitis C: Anti-HCV (in der Fühphase der Infektion häufig noch negativ). Bestimmung der Virusmenge im Blut (Viruslast) mittels PCR. Bestimmung des Genotyps.
Sonographie: zur Ergänzung der Blutuntersuchung.
Bei unklarer Diagnose oder geplanter Immuntherapie evtl. zusätzlich Röntgenuntersuchungen und Bauchspiegelung mit gezielter Entnahme von Lebergewebe (in der Regel entbehrlich).

Therapie

Zur Behandlung der chronischen Hepatitis B stehen momentan die antiviralen Zytokine Interferon-alpha bzw. pegyliertes Interferon-alpha sowie die antiviral wirksamen Nukleosidanaloga Lamivudin, Entecavir und Telbivudin sowie das Nukleotidanalogon Adefovir zu Verfügung. Die Entscheidung zur Therapie hängt im wesentlichen von 2 Faktoren ab: der Virusmenge im Blut (sogenannte Viruslast) und der Höhe der Leberwerte insbesondere der Transaminasen (y-GT, GOT, GPT).

Die Standardtherapie der chronischen Hepatitis C besteht in der kombinierten Gabe von pegyliertem Interferon-alpha mit Ribavirin. Die Therapiedauer richtet sich nach dem vorhandenen Genotyp (48 Wochen für den Genotyp 1 bzw. 24 Wochen für die Genotypen 2 und 3), wobei zunehmend eine Individualisierung der Therapie unter Berücksichtigung verschiedener Parameter (Viruslast, Fibrosegrad der Leber usw,) vorgenommen wird, so dass die Behandlungszeiten zum Teil erheblich verkürzt werden können.

HepNet

Die Praxis ist assoziertes Mitglied in der Modellregion West des Medizinischen Kompetenznetzes HepNet. Detaillierte Informationen zu Medizinischen Kompetenznetzen erhalten Sie im Bereich  Weblinks. Patienten, die sich in unserer Praxis der Behandlung einer chronischen Hepatitis unterziehen, werden im Rahmen dieses Modellprojektes wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Letzte Überarbeitung: 19.01.2010

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